Wissenswertes zum deutschen Riesling Wein

Der Riesling ist die Nummer Eins in Deutschland unter den Rebsorten. Angebaut wird der Riesling in allen deutschen Anbaugebieten. Er nimmt dabei eine Rebfläche von 24.049 Hektar ein und repräsentiert wie keine andere Rebsorte die deutsche Weinkultur auf so nachhaltige Art und Weise.

Wein Riesling

(Symbolfoto: Von docstockmedia/Shutterstock.com)

Erste Belege für die Verbreitung des Rieslings gibt es schon im 15. Jahrhundert. Der Riesling wurde wohl aus dem Grund kultiviert, weil er in Bezug auf den Wuchs, die Größe der Traubenbeeren und die lange Reifezeit, aber vor allem seine Frostfestigkeit große Ähnlichkeiten zeigt mit den Wildreben. Die längste Riesling-Tradition gibt es im Rheingau und an der Mosel. Dort gibt es Belege für den Anbau dieser Rebsorte, die aus den Jahren 1425 bzw. 1465 stammt. Spätere Belege gibt es aus dem heutigen Rheinhessen und der Pfalz.

Heute hat der Riesling vor allem für den deutschen Weinanbau große Bedeutung. Der Riesling gilt als Aushängeschild des deutschen Weinbaus und bestimmt maßgeblich das Image auf der ganzen Welt von allen 13 großen deutschen Anbauregionen. Von den mehr als 24.000 Hektar, auf denen Riesling angebaut wird, umfasst die Anbaufläche im Rheingau davon schon mehr als 10 Prozent mit rund 2.500 Hektar der gesamten Riesling-Anbaufläche in Deutschland. Dabei nimmt der Riesling allein im Rheingau fast 80 Prozent der gesamten Rebfläche in Anspruch. Zu den weiteren wichtigen Anbaugebieten in Deutschland zählen die Anbaugebiete Mosel und die Pfalz sowie Rheinhessen, etwas weiter hinten rangieren die Weinbaugebiete in Württemberg, in Baden und die an der Nahe.

Woher der Name der Rebsorte stammt ist bis heute allerdings ein Rätsel. Es könnte sein, dass das Wort Riesling in Zusammenhang steht mit „Verrieseln“, aber auch mit „reißender Säure“ oder mit „edlen Reis“ oder mit dem Rusling (einem anderen Wort für dunkles Holz). Der Riesling als Rebsorte ist aber nicht nur in Deutschland bekannt. International wird die Rebsorte allerdings als Rheinriesling bezeichnet und für badische Rieslingweine wird der Begriff Klingelberger verwendet.

Anbau

Bei der Rebsorte Riesling handelt es sich um eine langsam reifende Rebsorte. Ihr prägendes Element ist die fruchtige Säure. Aus diesem Grund ist diese Rebsorte auch sehr gut geeignet für nördliche Anbaugebiete, wo mit der späten Herbstsonne die Reife vollendet wird. An die Lage stellt diese Rebsorte allerdings höchste Ansprüche. Die Rebsorte liebt wärmespendende Steillagen entlang von Flusstälern. Die Ansprüche an den Boden sind eher gering. Auch steiniger Boden kann der Rebsorte beim Gedeihen helfen. Je nach Bodenart und Mikroklima ergeben sich aus dem Keltern der Rebsorte sehr unterschiedlich nuancierte Weine.

Der perfekte Wein zu jedem Essen

Riesling

(Symbolfoto: Von stockcreations/Shutterstock.com)

Es gibt unterschiedliche Riesling-Weine. Die jungen und leichten Riesling-Weine sind meist trocken, dafür aber fruchtig süß. Hier handelt es sich um ideale Sommerweine, die bei einer Grillparty verkostet werden können. Als Speisebegleiter für herzhafte Hausmannskost sind eher gereifte Riesling-Weine geeignet. Viele Kenner bevorzugen sogar betagte Riesling Spätlesen. Zu leichten Fischgerichten mit hellen Saucen und Hühnchen-Gerichten passt indes ein trockener bis halbtrockener Riesling-Wein. Wer gerne zu Frischkäste eine Glas Wein kostet, der sollte zu einem halbtrockenen Riesling oder einer lieblichen Spätlese greifen. Für fruchtige Desserts sind die fruchtig süßen Spätlesen oder die edelsüßen Auslesen der bevorzugte Begleiter. Zu festlichen Menüs darf es dann eine altersgereifte edelsüße Auslese und Beerenauslesen sein.

Farbe und Aroma

Die Keltereien in Deutschland bieten Riesling-Weine in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen an. Der Ausbau des Rieslings erfolgt in der Regel im traditionellen Holzfass.

Der „typische“ Riesling hat eine blassgelbe Farbe, die schon eher ins grünlich-gelbe tendiert. Vom Bukett her dominieren Apfel und Pfirsich, wobei im Mund eine rassige Säure zum Ausbruch kommt. Riesling-Weine von Schieferböden habe eine eher mineralische Note, riechen teils nach Feuerstein. Die altersgereiften Weine haben oftmals einen interessanten Petrolton.

Ausgereift sind Farbe und Geschmack nach frühestens einem Jahr nach der Ernte der Trauben.

Holger LenzdorfWissenswertes zum deutschen Riesling Wein